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Anreise nach Tahiti und Beginn der Reise

6.55 Uhr
Nach 33 Stunden Reise (davon 22 Stunden reine Flugzeit) erstaunlich fit in Papeete/Tahiti gelandet. Unterwegs viel geschlafen. Der Flug ist weniger anstrengend als erwartet. Überflüssig, dass man in Los Angeles das Flugzeug verlassen, sehr mühsam in die Vereinigten Staaten einreisen, und dann einmal um die Ecke den gleichen Gang runter wieder ausreisen muss. Schien mir eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des "Gouvernators" Arnold Schwarzenegger zu sein.
Amerika ist das Land des Small-Talks. In fünf Minuten vom Einwanderungsbeamten alles über seinen zweijährigen Sohn und vom Sicherheitsbeamten alles über seine politische Einstellung erfahren. Jeder lädt Dich zu sich nach Hause ein, aber keiner wird sich schon eine halbe Stunde später daran erinnern.
Wir sind ca. 7.00 Uhr morgens Ortszeit in Tahiti. Strahlender Sonnenschein. Angenehme schwülwarme 30° C im Schatten.
Ist schon ein komisches Gefühl bei den Temperaturen mitten im Pazifik, tausende von Seemeilen vom nächsten Kontinent entfernt zu sein, und in Deutschland ist es grau um 0° C mit Schneeregen.
Herrliches Tageszimmer im Royal Meridien mit kleinen Satelliten-Bungalows in der kristallklaren von einem Korallenriff geschützten Bucht. Palmen und schneeweißer Sand, und strahlende Sonne.

Abbildung 1

Warum eigentlich einen November oder Februar in Deutschland verbringen, wenn es Orte wie diesen gibt?

9.00 Uhr
Das reichhaltige Frühstück (bei uns ist es 22.00 Uhr abends) bietet alles was das Herz begehrt. Frische Früchte, vom Koch zubereitetes Spiegelei oder Omelette, und ein Buffet so weit das Auge reicht. Besondere Delikatesse ist Sashimi (roher Fisch). Habe selbst bei der dritten Portion kein schlechtes Gewissen. Bei uns ist ja Abend.

12.00 Uhr
Schwimmen im 35° C warmen Meer. Beobachten der Angler, die bunte Fische aus dem Wasser ziehen (als Köder dienen dazu kleine Stücke schon gefangener Fische). Die 12- bis 14-jährigen Jungen sprechen einen polynesischen Akzent, den ich nicht mal im Ansatz verstehen kann. Das stört aber keinen. Ich bin das außerdem aus meinen Bayern- und Österreich-Urlauben gewohnt.

Abbildung 2

12.30 Uhr
Mittagsschläfchen.

15.30 Uhr
Fahrt mit dem Bus durch Papeete. Stau auf der einzigen Straße, die sich ringförmig um die Insel windet. Für fünf km brauchen wir eine Stunde. Kommt mir auch aus meinen Bayern- und Österreich-Urlauben bekannt vor. Ein Einheimischer (Eingeborener) sagt uns, dass es vor 20 Jahren kaum Autos auf der Insel gab. Die Globalisierung hat ihre Schattenseiten.

16.30 Uhr
Wir schiffen auf das Kreuzfahrtschiff MS Europa ein. Ich war sehr skeptisch, ob das für mich etwas ist. Aber der erste Eindruck ist sehr positiv. Sehr nette Leute, und ein luxuriöser Hotel-Standard.
Treffe alte Musikerkollegen, die im Laufe der Jahre auf unterschiedlichsten Veranstaltungen getroffen habe. Ein großes Hallo!

19.30 Uhr
Abendessen. Salat-Buffet und medium gebratener Mahi-Mahi-Fisch mit Auberginenpüree.

21.15 Uhr
Folkloristische Einlage einer tahitianischen Tanzgruppe. Die einzige europäisch aussehende Tänzerin der Gruppe war deutlich an den eckigeren Bewegungen zu erkennen.
Sie tanzen zu der rhythmischen Musik der tahitianischen Begleitmusiker. Die einfache harmonische Struktur der Stücke und die jauchzenden Schreie erinnern mich wieder an süddeutsche Folklore. Ich kann die Dämonen meiner Nationalität noch nicht abschütteln.
Ein Kellner fragt mich was ich trinken möchte. Ich bin überzeugt, Bier bringt mir jetzt die nötige Bettschwere. Ich glaube, er hat meinen ungläubigen Blick auf die Frage welches Bier – Becks oder Paulaner – nicht bemerkt.