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Bangkok Hauptstadt Thailands II

 

10.5.
Nehmen uns ein Tuc Tuc. Das ist ein Motorroller umgebaut als Dreirad mit Sitzplätzen für 2-3 Personen. Werden zum Pier gebracht und machen eine Bootsrundfahrt in einem „Longboat“.
Entlang der kleinen Kanäle stehen dicht an dicht die sehr einfach aber gemütlich aussehenden Häuschen.
Die Bewohner dort entsorgen den Müll mittels Gravitation. Dementsprechend dreckig ist das Wasser. Das Umweltbewusstsein ist anscheinend noch nicht geschärft.
Wir machen auf dem Weg bei allerlei Touristenattraktionen halt.
Den berühmten „Floating Market“ hatte ich noch aus den James Bond Filmen vor Augen.
Da kam er mir aber sehr viel romantischer vor.
Jetzt dümpeln dort eine handvoll Boote mit etwas Obst, das sie zu überteuerten Preisen an die Touristen verscherbeln.
Ein beliebter Punkt ist das Füttern der Flusswelse („Catfish“ ) mit Brot. Es sind so viele, dass man denkt, das Wasser kocht.
Die typische thailändische Tanzeinlage schenken wir uns zum Schluss.
Sie hätten bestimmt ganz toll getanzt.
Wir erkunden die Stadt von jetzt an lieber auf eigene Faust.
Wollen zum berühmten „liegenden Buddha“.
Eine etwa 30 Meter lange vergoldete liegende Statue.
Bei Betreten der Tempelanlage sollte man aber mit Rücksicht auf die Mönche lieber langärmelige Sachen tragen.
Deshalb orientieren wir uns mit Blick auf unsere sommerlichen Klamotten für den Moment zu einem kleinen, unbekannten, nahe gelegenen Tempel.
Auf dem Weg erfahren wir vom Fahrer, dass der Fahrpreis des Tuc-Tucs davon abhängt, ob er die einträglichen Touristenverkaufspunkte ansteuert. Für jeden abgelieferten Touristen bekommt er vom dort ansässigen Händler ein Kopfgeld in Form eines Benzingutscheines.
Wir beschließen da nicht mitzumachen, und nehmen uns ab jetzt ein normales Taxi mit Taxameter.
In dem kleinen Tempel abseits des Touristenrummels werden wir vom Aufseher sehr herzlich empfangen.
Er erzählt uns viel über die Rituale und den Glauben. Der dort befindliche Buddha, so sagt er, sei eigentlich aus Gusseisen. Jeder Besucher legt vor dem Beten auf eine freie Stelle ein vorher erworbenes Stück Blattgold. Man glaubt, wenn man dem Buddha etwas Gutes tut, so wird auch er etwas Gutes für einen tun.
Der Buddha lächelt weise und erstrahlt in leuchtendem Gold.
Nicht weit entfernt, so erzählt der Aufseher, habe man vor nicht allzu langer Zeit einen unansehnlichen Buddha aus Gips gefunden, und sich bei dem Entsorgungs-Transport über sein Gewicht gewundert. Da erst habe man festgestellt, dass er innerlich aus purem Gold war, und vor langer Zeit zum Schutz gegen Räuber in Gips gegossen worden sei.

Wir machen nach einer kleinen Mittagspause eine Ausflug zum „Gold Mountain“.
Auf dem Weg dorthin taucht plötzlich ein Heer von Straßenpolizisten auf und riegelt die Strasse ab. Das sonst so quirlige Treiben erstarrt. Es ist gespenstisch still.
Keiner darf sich rühren oder gar fotografieren. Der König wird mit seiner Eskorte in Kürze passieren wird uns erklärt. Tatsächlich erscheint kurze Zeit später die Kolonne. In der Mehrheit deutsche Oberklassewagen. Der König selbst fährt aber standesgemäß Rolls Royce.
Kurz danach, wie angeknipst, wieder das gewohnt turbulente und lautstarke Treiben.

Der „Gold Mountain“ ist eine Tempelanlage auf einer kleinen Anhöhe. Die etwa 350 Stufen bereiten uns keine Mühe. Von oben haben wir einen herrlichen Blick über die Dächer von Bangkok.
Gegen Abend wollen wir zu einem Hotel, das im obersten Stockwerk ein Restaurant mit einem ebenso sehenswerten Ausblick haben soll.
Wir fahren mit dem Taxi endlos durch den dichten Verkehr. Dort angekommen erscheinen uns die 900 Baht, die als Eintritt verlangt werden als unangemessen.
Bummeln dafür etwas durch die Gegend und bleiben fassungslos an einem Stand hängen, an dem geröstete Heuschrecken, Ameisen, Kakerlaken und ganze Frösche zum Verzehr angeboten werden.
Keiner von uns traut sich eines der Exponate zu probieren obwohl die Verkäuferin glaubhaft versichert, sie seien sehr proteinhaltig und gesund.
Ich erinnere mich, dass die Einwohner des RTL Dschungelcamps es ja auch überlebt haben.

Beim Studieren der Karte fällt auf, dass es einen Wasserweg zurück zum Hotel geben muss. Mit der Unterstützung einiger hilfsbereiter Passanten und unter Zuhilfenahme der international gebräuchlichen Zeichensprache, gelingt es uns das richtige Boot zu finden. Es macht ganz in die Nähe unserer Herberge halt. Das geht im Vergleich viel schneller, ist günstiger und, wie wir finden, irgendwie cooler als mit dem Taxi.

Das letzte Stück legen wir zu Fuß zurück. Plötzlich wieder die Straßenpolizisten. Das gleiche Szenario wie einige Stunden zuvor. Der König passiert die Hauptstraße.
Die Königin wartet mit dem Abendessen.