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Urlaubstage auf Koh Samui III

Mieten uns für 1000 Baht/Tag (20 Euro) einen Jeep. Furchtbare Klapperkiste. Haben die Idee auf den Berg zum Paradise Hill Café zu fahren. Ich nehme meinen Lap-Top mit, um unterwegs im Internet-Café E-Mails abzurufen

Die Strassen die auf den Berg führen sind unbefestigt, sehr steil und der Regen hat teilweise metertiefe Schlaglöcher ausgewaschen. Nicht ganz ungefährlich, weil es abseits des Schotterweges steil abwärts geht. Der Jeep schafft es nach mehreren Anläufen mit Müh und Not und glühender Kupplung bis zum Ziel. Hier weht eine angenehm kühle Brise - eine willkommene Abwechselung zu den tropischen 36° C am Strand. Leider gibt es in der Nebensaison hier nichts ohne Vorbestellung zu essen.
Werden aber von den am Nachbartisch sitzenden angetrunkenen Einheimischen lautstark aber fröhlich zum „Fried Rice“ eingeladen.
Nehmen auf dem Rückweg eine andere Route, die sich als noch unpassierbarer herausstellt.
Der Jeep klebt am Hang und schaukelt uns im kleinsten Gang im Schritttempo durch die Wildnis gen Tal. Bewundern am Wegesrand eine handtellergroße Spinne in Ihrem Netz.
Es heißt, es wimmele im Dschungel von giftigen Königs-Kobras. Sehen aber keine.
In der Dämmerung erreichen wir unseren Bungalow. Stelle mit Erschrecken fest, dass ich den Computer im Café vergessen habe.
Fahre alleine im Stockdunkeln über die noch steilere (aber kürzere) Südpassage diesseits des Berges wieder hoch. Muss einige Male nah am Abgrund noch einmal Anschwung nehmen.

Erreiche in Rekordgeschwindigkeit das Café.
Niemand mehr dort. Merke auf dem Weg zurück zum Jeep, dass einer der Vorderreifen die mit Tempo genommenen Schlaglöcher nicht überstanden hat. Platten. Hatte auf dem Weg im Augenwinkel ein paar Waldarbeiter wahrgenommen. Laufe im Dusteren zu Fuß den Weg zurück.

Finde sie um ein Lager-Feuer sitzend.
Die einzige englisch sprechende Frau der Truppe erkennt den Ernst der Lage. Sie erklärt mir, es sei schon häufiger vorgekommen, dass jemand dort etwas vergessen hat, und wir müssten uns beeilen. Die Angestellten des Cafés seien einfache Leute (alles Analphabeten) die gefundenen Dinge gern hin und wieder mal verhökern. Sie schnappt sich ihren Ehemann, der mich eine geschlagene Stunde mit seinem Jeep durch unwegbares Gelände in die Hauptstadt fährt.

Muss mir auf dem Weg noch allerlei Räuberpistolen über die gefährliche Gegend, giftige Tiere und entlaufene Vietnamesische Häftlinge anhören. Erreichen die Hauptstadt Nathon. Der Slum-Bezirk mit primitiven Wellblechhütten liegt etwas außerhalb. Die Familie empfängt mich sehr herzlich. Keine Spur davon, dass Sie mir den Computer nicht zurückgeben wollen. Im Gegenteil. Die Frau bietet mir an mit uns die Stunde wieder auf den Berg zu fahren, um mir den in einer Kammer verschlossenen Rucksack mit dem Computer zurückzugeben. Oben angekommen (inzwischen ist es schon mitten in der Nacht) helfen mir die Waldarbeiter mit Ihren Taschenlampen, den defekten Reifen zu wechseln. Ich nehme überglücklich den Rucksack in Empfang, und will den Wagen starten. Der Anlasser funktioniert nicht mehr. Ich nehme an er ist bei meinem Husarenritt bergan etwas warm geworden. Die Arbeiter werden noch einmal zurückgerufen und zum Schieben abkommandiert.

Einer der Jungs setzt sich hinters Steuer und rollt bergab. Er versucht vergeblich den Wagen zu starten in dem er die geschundene Kupplung kommen lässt. Ich sehe entgeistert den Wagen samt meinem Rucksack mit Computer in die Schwärze der Nacht entschwinden.

Die Grillen brüllen. In der Ferne jault ein einsamer Hund sein Klagelied.
Da plötzlich in der Dunkelheit das rettende Aufheulen des gequälten Motors. Wir stolpern dem Geräusch entgegen. Ein breit grinsender thailändischer Waldarbeiter überlässt mir das Steuer und ich fahre die Frau, die sich so rührend viel Mühe gemacht hat, vorsichtig wieder nach Hause. Ich muss sie überreden, den Finderlohn anzunehmen.

Zurück im Resort erwartet mich ein herrliches kühles Bier. Arme Spinne. Die hängt immer noch am Berg in ihrem Netz.